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Der unvergleichliche Ort für sagenhafte Geschichte und Geschichten

 
Gemäss den Erkenntnissen der Kantonalen Denkmalpflege anlässlich der Renovation von 1987 stammt das Haus aus dem 17. Jahrhundert und könnte nach dem Dorfbrand von 1642 entstanden sein. Ob bereits vor dem Brand an gleicher Stelle ein Haus stand, ist ungewiss. Aus dem Wappenbuch von Schwyz geht hervor, dass Diethelm Schorno (Hauptmann in spanischen Diensten, = 1642) «oben im Dorf, neben der Mühle am vorderen Dorfbächli, im Hause des heutigen Gasthaus Schwyzer-Stubli wohnte». Da auch die Mühle (ehemalige Bäckerei Bolfing) in Schornos Besitz war, führte dies zum Begriff der beiden «Schorno-Häuser».

Aus einem Grundbucheintrag von 1755 wird ersichtlich, dass die Liegenschaft nach Schorno der Familie Marty gehörte. 1807 wurde das Haus unter zwei Eigentümern aufgeteilt. Der eine Hausteil blieb vorerst bei den Martys und wechselte später zur Familie Horat. Der andere Hausteil war – bis zum Rückkauf bei einer Gant 1896 durch den Schneidermeister Anton Horat – im Besitz verschiedener Eigentümer.

Nachdem Anton Horat 1899 das Wirtschaftspatent B für sein Haus «ob der Kirche» in Schwyz erhalten hatte, baute er das kleinräumige Wohnhaus zu einer Gaststube um. Am 10. November 1901 wurde die neue Wirtschaft «Zum Schwyzer-Stubli» eröffnet. Im Eröffnungsinserat hiess es: «Stilgerechter Ausbau, origineller, künstlerischer Schmuck, bilden schon an und für sich eine Sehenswürdigkeit von Schwyz.» In der Tat bilden die alten, nach Abhandlungen und Originalen komponierten Ansichten von Schwyz sowie die 1904 vollendeten Geschlechterwappen einen Schmuck von bedeutendem, heraldischem Wert.

Grundlage für die Dekorationsmalereien lieferte Kantonsschreiber Martin Styger, der aus seiner mehrere tausend Stücke umfassenden Sammlung die Hausmarken und Wappenschilder aller (auch der ausgestorbenen) Schwyzergeschlechter zusammengestellt hatte. Ebenfalls bemerkenswert ist der Kachelofen mitten im Raum. Es handelt sich um eine freie Kopie eines Renaissance-Ofens aus der Werkstatt Kaiser in Zug, die mit grösster Wahrscheinlichkeit gegen Ende des 19. Jahrhunderts gefertigt wurde.

Mit wehendem Haar, auf einem Besen durch den Raum fliegend, hängt die «Kastenvögtin » über den Tischen. Eigentlich hiess sie Anna Maria Schmidig, war Wirtin im «Rössli» in Hinterthal, wurde im Volksmund aber nur die «Kastenvögtin» genannt und war wohl die bekannteste Hexe der Zentralschweiz. 1759 wurde ihr in Schwyz der Prozess gemacht, weil sie nach dem Volksglauben «im Umgang mit dem Teufel, im Besuche der Hexensabatte und in der Macht, Menschen, Vieh und Früchte zu schädigen und zu verderben» war. Einmal soll sie sogar in einem Sautrog durch die Lüfte von Illgau auf den Stoos geflogen sein. Sie erlag im Kerker den Folgen der Folter.

Noch bis 1930 blieb das Gasthaus Schwyzer-Stubli in Horats Besitz. In den Folgejahren gab es zahlreiche Handänderungen und Pächterwechsel.

Ende des 20. Jahrhunderts wurden Gebäude und Infrastruktur gründlich renoviert. Am 26. März 2004 erwarb eine einfache Gesellschaft das Gasthaus Schwyzer-Stubli von den Erben der letzten Besitzerin Liz Meier. Heute gehört das Haus Dr. Franz Mattig, Schwyz (Treuhand- und Revisionsgesellschaft Mattig-Suter und Partner).

Seit dem 11. Juni 2004 wird das Gasthaus Schwyzer-Stubli von der [ InGastronomie AG ] mit Sitz in Schwyz betrieben. Die Gesellschaft ist des Weiteren im Catering tätig. Das Gasthaus Schwyzer-Stubli ist im Kantonalen Inventar der geschützten Bauten und Objekte aufgeführt.

Text teilweise redigiert von M. Dobrew mit Hilfe von Unterlagen des Staatsarchivs Schwyz

altalt

 


Gasthaus Schwyzer-Stubli
Riedstrasse 3
6430 Schwyz
Anfahrtsplan & Druckansicht
Öffnungszeiten
Dienstag bis Freitag 11–14/18–24 Uhr
Samstag 18–24 Uhr
Sonntag, Montag und Feiertage auf Anfrage
Tischreservation
Tel 041 811 10 66
Fax 041 811 80 67
info@schwyzer-stubli.ch

 

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